Das Essen hat geschmeckt, der Wein ist geleert, man fühlt sich rundum satt und zufrieden. Die Rechnung kommt, und damit auch die Frage, wie viel Trinkgeld man geben sollte. Die Antwort darauf ist nicht ganz so einfach, denn es hängt von mehreren Faktoren ab.

In weiten Teilen Europas wird Trinkgeld für besonderen Service gegeben. In der Regel ist der Service im Preis inbegriffen, aber es gibt ein Nord-Südgefälle in Europa. In nördlichen Ländern wird ein Trinkgeld nicht wirklich erwartet und man gibt es eigentlich nur, wenn man besonders zufrieden mit dem Service war. Die Höhe beträgt etwa 5-10 Prozent des Rechnungsbetrages.

Weiter südlich werden die Ansprüche schon höher, in Italien, Frankreich und Spanien wird ein Trinkgeld fast immer erwartet. Mittlerweile hat sich hier die 10 Prozent Regel als Minimum eingebürgert. Vor allem in Touristenorten kommt man ohne Extrageld nicht mehr weg, sollte dann aber bei schlechtem oder durchschnittlichen Service nut das absolut Notwendige geben.

In Asien ist Trinkgeld grundsätzlich nicht üblich, allerdings machen auch hier die Globalisierung und der Tourismus nicht halt. Viele Restaurants weisen eine gesonderte Service Charge aus, die dann ein Trinkgeld obsolet macht. Es reicht dann oft die Münzen im Wechselgeld liegen zu lassen als nette Geste. Natürlich kann man einen guten Kellner auch für seine Arbeit belohnen. Dabei wartet man immer, bis das Wechselgeld zurück kommt und lässt dann den Tip liegen.

In Amerika leben Angestellte in Restaurants in der Regel von dem, was sie extra verdienen. Die Grundgehälter in der Gastronomie sind sehr gering. Hier sind 15 Prozent des Nettobetrages das Minimum. Zehn Prozent wie früher einmal würde heute bedeuten, dass man unzufrieden war. In manchen Restaurants werden mittlerweile auch 20 OLYMPUS DIGITAL CAMERAProzent erwartet. Da in den USA heute kaum noch Bargeld verwendet wird, ist es üblich, den Betrag, den man geben möchte, auf den Kreditkartenbeleg zu schreiben. Unser Rat: Unbedingt selbst nachrechnen, was die Endsumme ist. Oft ist hier schon ein zu hoher Betrag abgebucht worden.

Ausserhalb der USA ist es hingegen nicht so beliebt, das Trinkgeld auf die Kreditkarte zu schreiben, weil es dann versteuert werden muss. Bares ist Wahres ist hier die Devise.